VenturisIT & Bentley & BIM: Yes we can!

Am 26. und 27. September war es soweit: Das erste gemeinsame User-Meeting von Bentley Systems und VenturisIT wurde aus der Taufe gehoben – und war sofort ein Erfolg: Mit auf Anhieb mehr als 100 Teilnehmern hatte kaum jemand gerechnet.

Im Mittelpunkt stand das Bauen 4.0 (BIM, Building Information Modeling) mit Bentley-Produkten und Bentley-Partnern, insbesondere natürlich mit der TRICAD MS-Familie der VenturisIT.

Kurz-Info zu Bentley Systems: Das Unternehmen wurde 1984 gegründet, beschäftigt in über 50 Ländern mehr als 3.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von mehr als 600 Millionen US-Dollar jährlich erwirtschaften. Bentley verfolgt das Ziel, Architekten, Ingenieuren, Geoinformatikern, Bauträgern und Anlagenbetreibern umfassende Softwarelösungen für die Planung, den Bau und den Betrieb von Infrastrukturen bereitzustellen. Lösungen von Bentley umfassen MicroStation-Anwendungen zur Informationsmodellierung, ProjectWise-Kooperationsdienste zur Ausführung von integrierten Projekten und AssetWise-Betriebsdienstleistungen für intelligente Infrastruktur – ergänzt durch professionelle Dienstleistungen und umfassende Managed Services.

BIM: Daten-Reduktion ist wichtig

Was wurde nun im Einzelnen vorgetragen? In seiner Begrüßung wies Holga Schwipp, Geschäftsführer der VenturisIT, darauf hin, dass die BIM-Zertifizierung für MicroStation selbst bereits vorhanden ist. Folgen soll nun zeitnah die Zertifizierung für TRICAD MS.

Doch wies Schwipp darauf hin, dass TRICAD MS als ‚geschlossenes‘ BIM für den Automotive-Bereich schon lange verfügbar ist. Zusammen mit integrierten Rechen-Algorithmen bzw. Schnittstellen zu Berechnungs-Tools dritter Anbieter wie dem Partner-Unternehmen Solar beherrscht TRICAD MS alle Facetten der ‚Digitalen Bauplanung‘.

TRICAD MS bietet selbstverständlich auch den Datenaustausch über IFC (Industry Foundation Classes). Bereits mit dem Grundkernsystem MicroStation werden wichtige Funktionalitäten für den IFC-Import abgedeckt: Es können ganze Dateien importiert oder in der Referenz angehängt werden. TRICAD MS verfeinert darüber hinaus die Funktionalitäten: Auswahl über eine Baumstruktur / Site / Gebäude / Stockwerke etc. Die Zuweisung der Ebenen kann über eine Konfigurationsdatei erfolgen. Objekte werden als TRICAD MS-Objekte behandelt und die Eigenschaften als TRICAD MS User-Attribute umgesetzt.

Wichtig ist, dass die Modellgröße der IFC-Datei reduziert werden kann: Denn generell ist eine IFC-Datei um das 2- bis 3-fache größer als eine DGN-Datei und eine Reduzierung gerade in Großprojekten ist unabdingbar. TRICAD MS bietet daher die Möglichkeit, das Modell in der Genauigkeit klein / mittel / groß zu exportieren.

Mit der demnächst verfügbaren neuen IFC-Schnittstelle werde es möglich sein, auch Teile einer Planung herauszugreifen (weil ansonsten zu viele Daten im BIM-Modell zusammenkämen). Denn mit BIM treten insbesondere komplexe Objektbauten und Infrastrukturprojekte in den Fokus der Betrachtung – und damit kommen große Datenmengen ins Spiel. (Anmerkung: erst mit IFC 4.0 wird auch die Parametrik mit übertragen - jetzt funktioniert das noch nicht.)

Kommunikation ist das A und O

Karsten Pudziow, Bentley Systems, startete seine Ausführungen mit einem Verweis auf die gern als Fehl-Projekt vorgeführte Planung der ‚Elbphilharmonie‘ – er sei sicher: Es lag nicht am verfügbaren 3D-Modell, dass die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind. Als großes Manko sieht er die mangelnde Kommunikation aller am Projekt beteiligten Unternehmen und die fehlerhafte Abstimmung der Gewerke. Das Zuhören und das Kommunizieren zählen für ihn zur Basisanforderung bei BIM.

Pudziow mahnte: Wer BIM tatsächlich als Werkzeug über den Lebenszyklus eines Projektes betrachte, der müsse auch darauf achten, dass die Planungs-Tools über Jahrzehnte fähig sind, alte Modell-Dateien zu öffnen. Das gelinge bei Bentley problemlos: „Ein Bentley-Modell aus 1994 kann auch 2017 problemlos aufgerufen werden!“

Vorgestellt wurde eine Studie, die die Produktivitätssteigerung der Anwender mit ProjectWise unterstreicht: Demnach verzeichnen Unternehmen ohne ProjectWise durchschnittlich 25,4 Planungsstunden pro Woche. Hingegen verzeichnen Unternehmen, die ProjectWise verwenden, durchschnittlich 29,0 Planungsstunden pro Woche – also ein Plus von 3,6 Planungsstunden pro Woche und Anwender.

Auf besonderes Interesse stoßen bei User-Meetings aus naheliegenden Gründen Erfahrungsberichte von Praktikern. Beispielsweise referierten Fahrudin Muminovic, ROM, und Markus Thissen, Zech Management, über den Nutzen von BIM in ihren Unternehmen. Wichtig sei es, dass der Nutzen eines Planungsinstruments unmittelbar verfügbar ist. Stichwort Mehrwert durch Vorfertigung: Mit einer eigenen Werkstatt fertigt ROM komplette Baugruppen, die dann auf der Baustelle nur noch montiert werden müssen. Eine wichtige Basis dafür ist es, dass die Isometrien automatisch aus TRICAD MS generiert werden können. Als generellen Vorteil von TRICAD MS sieht ROM die schnelle Umsetzung von User-Wünschen durch die Programmierer der VenturisIT.

Peter Csavajda, Daimler, zeigte, wie weit bei Daimler die Standardisierung gereift ist – mit wenigen Vorgaben kann eine neue Produktionshalle quasi automatisch als 3D-Modell für erste Kostenschätzungen generiert werden. Mit BIM erwartet Daimler insbesondere eine hohe Kostentransparenz – also Klarheit darüber, wann welche Zahlungen fällig sind. Ansonsten sei BIM nicht allein für den Planer interessant, sondern auch zur Kommunikation insbesondere mit weniger fachlich versierten Entscheidungsträgern.

Daimler stößt bei seinen globalen Projekten auf das Problem, dass die internationalen Generalplaner Revit kennen, aber seltener MicroStation. Darauf müsse sich Daimler notgedrungen einlassen - beharrt aber darauf, dass die finale Version der Planung als MicroStation-Projekt vorliegt.

Zum Thema Revit war in der Diskussion zu hören: Oft werde Revit als quasi BIM-Original angesehen – das sei aber für den Engineering-Planer zumeist wenig vorteilhaft, insbesondere weil die Objektorientierung fehlt. In Entwicklung ist eine Schnittstelle von TRICAD MS zu Revit.

Am 26. und 27. September war es soweit: Das erste gemeinsame User-Meeting von Bentley Systems und VenturisIT wurde aus der Taufe gehoben – und war sofort ein Erfolg: Mit auf Anhieb mehr als 100 Teilnehmern hatte kaum jemand gerechnet.

Im Mittelpunkt stand das Bauen 4.0 (BIM, Building Information Modeling) mit Bentley-Produkten und Bentley-Partnern, insbesondere natürlich mit der TRICAD MS-Familie der VenturisIT.

Kurz-Info zu Bentley Systems: Das Unternehmen wurde 1984 gegründet, beschäftigt in über 50 Ländern mehr als 3.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von mehr als 600 Millionen US-Dollar jährlich erwirtschaften. Bentley verfolgt das Ziel, Architekten, Ingenieuren, Geoinformatikern, Bauträgern und Anlagenbetreibern umfassende Softwarelösungen für die Planung, den Bau und den Betrieb von Infrastrukturen bereitzustellen. Lösungen von Bentley umfassen MicroStation-Anwendungen zur Informationsmodellierung, ProjectWise-Kooperationsdienste zur Ausführung von integrierten Projekten und AssetWise-Betriebsdienstleistungen für intelligente Infrastruktur – ergänzt durch professionelle Dienstleistungen und umfassende Managed Services.

BIM: Daten-Reduktion ist wichtig

Was wurde nun im Einzelnen vorgetragen? In seiner Begrüßung wies Holga Schwipp, Geschäftsführer der VenturisIT, darauf hin, dass die BIM-Zertifizierung für MicroStation selbst bereits vorhanden ist. Folgen soll nun zeitnah die Zertifizierung für TRICAD MS.

Doch wies Schwipp darauf hin, dass TRICAD MS als ‚geschlossenes‘ BIM für den Automotive-Bereich schon lange verfügbar ist. Zusammen mit integrierten Rechen-Algorithmen bzw. Schnittstellen zu Berechnungs-Tools dritter Anbieter wie dem Partner-Unternehmen Solar beherrscht TRICAD MS alle Facetten der ‚Digitalen Bauplanung‘.

TRICAD MS bietet selbstverständlich auch den Datenaustausch über IFC (Industry Foundation Classes). Bereits mit dem Grundkernsystem MicroStation werden wichtige Funktionalitäten für den IFC-Import abgedeckt: Es können ganze Dateien importiert oder in der Referenz angehängt werden. TRICAD MS verfeinert darüber hinaus die Funktionalitäten: Auswahl über eine Baumstruktur / Site / Gebäude / Stockwerke etc. Die Zuweisung der Ebenen kann über eine Konfigurationsdatei erfolgen. Objekte werden als TRICAD MS-Objekte behandelt und die Eigenschaften als TRICAD MS User-Attribute umgesetzt.

Wichtig ist, dass die Modellgröße der IFC-Datei reduziert werden kann: Denn generell ist eine IFC-Datei um das 2- bis 3-fache größer als eine DGN-Datei und eine Reduzierung gerade in Großprojekten ist unabdingbar. TRICAD MS bietet daher die Möglichkeit, das Modell in der Genauigkeit klein / mittel / groß zu exportieren.

Mit der demnächst verfügbaren neuen IFC-Schnittstelle werde es möglich sein, auch Teile einer Planung herauszugreifen (weil ansonsten zu viele Daten im BIM-Modell zusammenkämen). Denn mit BIM treten insbesondere komplexe Objektbauten und Infrastrukturprojekte in den Fokus der Betrachtung – und damit kommen große Datenmengen ins Spiel. (Anmerkung: erst mit IFC 4.0 wird auch die Parametrik mit übertragen - jetzt funktioniert das noch nicht.)

Kommunikation ist das A und O

Karsten Pudziow, Bentley Systems, startete seine Ausführungen mit einem Verweis auf die gern als Fehl-Projekt vorgeführte Planung der ‚Elbphilharmonie‘ – er sei sicher: Es lag nicht am verfügbaren 3D-Modell, dass die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind. Als großes Manko sieht er die mangelnde Kommunikation aller am Projekt beteiligten Unternehmen und die fehlerhafte Abstimmung der Gewerke. Das Zuhören und das Kommunizieren zählen für ihn zur Basisanforderung bei BIM.

Pudziow mahnte: Wer BIM tatsächlich als Werkzeug über den Lebenszyklus eines Projektes betrachte, der müsse auch darauf achten, dass die Planungs-Tools über Jahrzehnte fähig sind, alte Modell-Dateien zu öffnen. Das gelinge bei Bentley problemlos: „Ein Bentley-Modell aus 1994 kann auch 2017 problemlos aufgerufen werden!“

Vorgestellt wurde eine Studie, die die Produktivitätssteigerung der Anwender mit ProjectWise unterstreicht: Demnach verzeichnen Unternehmen ohne ProjectWise durchschnittlich 25,4 Planungsstunden pro Woche. Hingegen verzeichnen Unternehmen, die ProjectWise verwenden, durchschnittlich 29,0 Planungsstunden pro Woche – also ein Plus von 3,6 Planungsstunden pro Woche und Anwender.

Auf besonderes Interesse stoßen bei User-Meetings aus naheliegenden Gründen Erfahrungsberichte von Praktikern. Beispielsweise referierten Fahrudin Muminovic, ROM, und Markus Thissen, Zech Management, über den Nutzen von BIM in ihren Unternehmen. Wichtig sei es, dass der Nutzen eines Planungsinstruments unmittelbar verfügbar ist. Stichwort Mehrwert durch Vorfertigung: Mit einer eigenen Werkstatt fertigt ROM komplette Baugruppen, die dann auf der Baustelle nur noch montiert werden müssen. Eine wichtige Basis dafür ist es, dass die Isometrien automatisch aus TRICAD MS generiert werden können. Als generellen Vorteil von TRICAD MS sieht ROM die schnelle Umsetzung von User-Wünschen durch die Programmierer der VenturisIT.

Peter Csavajda, Daimler, zeigte, wie weit bei Daimler die Standardisierung gereift ist – mit wenigen Vorgaben kann eine neue Produktionshalle quasi automatisch als 3D-Modell für erste Kostenschätzungen generiert werden. Mit BIM erwartet Daimler insbesondere eine hohe Kostentransparenz – also Klarheit darüber, wann welche Zahlungen fällig sind. Ansonsten sei BIM nicht allein für den Planer interessant, sondern auch zur Kommunikation insbesondere mit weniger fachlich versierten Entscheidungsträgern.

Daimler stößt bei seinen globalen Projekten auf das Problem, dass die internationalen Generalplaner Revit kennen, aber seltener MicroStation. Darauf müsse sich Daimler notgedrungen einlassen - beharrt aber darauf, dass die finale Version der Planung als MicroStation-Projekt vorliegt.

Zum Thema Revit war in der Diskussion zu hören: Oft werde Revit als quasi BIM-Original angesehen – das sei aber für den Engineering-Planer zumeist wenig vorteilhaft, insbesondere weil die Objektorientierung fehlt. In Entwicklung ist eine Schnittstelle von TRICAD MS zu Revit.

Bild 1: Das erste gemeinsame User-Meeting von Bentley Systems und VenturisIT am 26. und 27. September 2017 war sofort ein Erfolg: Mit auf Anhieb mehr als 100 Teilnehmern hatte kaum jemand gerechnet.

Bild 2: „Es ist unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen“ (Georg Christoph Lichtenberg). Beim Überraschungs-Event am Abend des ersten Veranstaltungstages – eine Nachtwanderung mit Fackel – wurde aber niemandem Leid angetan.