Ganz im Zeichen des BIM: User Meeting im Juli 2017

Am 4. und 5. Juli traf sich die TRICAD MS-Gemeinde zum jährlichen User Meeting – es war das mittlerweile 20. Treffen. Nicht wenige der 180 Teilnehmer sind bereits mehrfach dabei gewesen, viele kennen sich denn auch, man begrüßt sich freundlich, gefühlt die Hälfte der User ist per Du.

Das Treffen startete mit einer Überraschung: Andreas Axmann bot als Vortragskünstler einen etwas anderen Blick auf die Welt der Digitalisierung. Mit sechs Jahren bekam er einen Zauberkasten. Seither verzaubert er seine Gäste als Magier. Mittlerweile ist das iPad sein Zauberstab, mit ihm kann er auf dem Display Dinge hineinstecken oder herausnehmen, lässt er Wasser auslaufen und noch vieles mehr. iMagie vom Feinsten!

Keine Magie, sondern ein wertvolles Werkzeug für den Planer ist BIM, das Building Information Modeling - das zentrale Highlight-Thema auf dem User Meeting. „Die Resonanz auf das Thema BIM war bereits im vergangenen Jahr sehr gut. Ich bin sicher: BIM wird uns auch in den kommenden Jahren noch intensiv beschäftigen“, so VenturisIT-Geschäftsführer Holga Schwipp.

BIM-Manager gesucht

Alle bekannten und vor allem auch die noch zu wenig bekannten Argumente pro BIM fasste Enrico Ferraro (Ferraro GmbH) in seinem viel beachteten Vortrag‚ OpenBIM mit TRICAD MS‘ zusammen. Wer die Kosten eines Gebäudes über dessen gesamten Lebenszyklus analysiere, der komme schnell zu einem deutlichen Ergebnis: 20 % der Gesamtkosten fallen in den ersten 5 Jahren an (darin eingeschlossen: Planung und Bau des Gebäudes!), die restlichen 80 % der Gesamtkosten verteilen sich dann auf etwa 30 Jahre. Soll heißen: Der Betreiber dürfe nicht auf geringe Investitionskosten schauen, er müsse sich auf die insgesamt über die Jahre anfallenden Ausgaben konzentrieren, so der Referent.

Sein Fazit: Bei BIM zählt die Betrachtung der Gesamtkosten quasi zur genetischen DNA. Deshalb sei es hier sozusagen Pflicht, den ‚Digitalen Zwilling‘ akkurat zu pflegen (jegliche Änderung zu aktualisieren), sonst reduziere sich der Nutzen äußerst schnell.

Bei BIM sei der Prozess der Kommunikation unter den beteiligten Gewerken von höchster Bedeutung: Jedes Gewerk brauche den Gesamtüberblick über das Projekt, um zu wissen, was die folgenden Gewerke an Information benötigen. Das führe logischerweise dazu, dass ein BIM-Manager sozusagen als ‚Pilot‘ des Projektes erforderlich sei, so die Forderung von Ferraro.

News zu TRICAD MS

In diesem Jahr feiern wir 20 Jahre TRICAD MS. Warum sich unser Tool bereits so lange am Markt bewährt? Weil es kontinuierlich optimiert wird, wie auf dem Meeting einmal mehr gezeigt wurde. Ein Auszug:

  • Generell wurden in allen Modulen die Möglichkeiten zur Individualisierung weiter ausgebaut – auf das eigene Unternehmen bezogen ebenso wie auf einzelne Stockwerke eines Projekts.
  • Oft angemahnt, nun umgesetzt: Die Beschriftungs-Optionen wurden deutlich erweitert.
  • Erweiterte Zugriffsmöglichkeiten auf VDI 3805-Dateien; besonders interessant ist dazu die Zusammenarbeit mit der pit-cup GmbH: Der neue Partner wird solche Dateien für TRICAD MS-User pflegen und abrufbereit halten.
  • Isogen 2017 ist nun in TRICAD MS integriert.
  • Das Einrichtungs-Layout glänzt mit einer Reihe neuer Fahrzeuge von BMW, VW und Daimler im Car-Configurator. Hinzu gekommen sind u.a. auch Elektroschlepper und Gabelstapler.
  • Neu ist ein beachtlicher Material-Zuwachs: Bauteile wie Schrauben und Unterlegscheiben können aus dem MEFA-Katalog übernommen werden, ebenso Sikla-Halterungen. Auch die Pumpen-Auswahl wurde erweitert.

Connect & V8i

Die Portierung von TRICAD MS auf MicroStation Connect ist abgeschlossen, wie Phillip Lutz berichtet hat. Bis 2020 werde VenturisIT TRICAD MS parallel auch für Kunden mit der Plattform V8i pflegen; anschließend wird diese Parallelarbeit beendet.

Solar: Alle Schnittstellen verfügbar

Mit Solar Computer - einem führenden Hersteller für Berechnungen zur Planung und Auslegung der Technischen Gebäudetechnik (TGA) – hat VenturisIT 2014 die Zusammenarbeit in Sachen Kopplung von TGA-Berechnungs-Algorithmen vereinbart. Mittlerweile wurden alle Schnittstellen zu Solar Computer fertiggestellt und sind mit dem Release 2017 bidirektional nutzbar.

Im Einzelnen existieren diese Möglichkeiten zur Kopplung mit TRICAD MS: Berechnung von Luftkanal- und Rohrnetzen, die Auslegung der Heizkörper in der Heiztechnik, hinzu kommt im Sanitärbereich die Trinkwasser- und Abwasserberechnung. Darüber hinaus können über Solar IFC-Dateien aus der BIM-Planung eingelesen werden; es ist möglich, die berechneten Werte für die Heiz- und Kühllast im Raum-Makro zu hinterlegen.

Auch dies wurde auf dem Meeting diskutiert: Die smartesten Tools taugen wenig, wenn sie beim Nutzer nicht ankommen. Was beispielsweise Holga Schwipp in diesem Zusammenhang beschäftigte: „Die Schnittstellen zwischen TRICAD MS und den Tools von Solar-Computer sind umfassend vorhanden – werden aber zu wenig genutzt.“ Er ermunterte die User, die Möglichkeiten zu nutzen, Berechnungen ohne weitere Dateneingaben durchführen zu können.