Concept Tool – mehr Effizienz im Geschäftsprozess

Über Medienbrüche redet die IT-Industrie seit Jahrzehnten und hat immer wieder versprochen, diese endlich vergessen zu machen – zum Beispiel, indem sie Software auf Tablet-PCs präsentierte, die über spezielle Stifte bedient werden können. Damit lassen sich im Nu aus Strichen Flächen und daraus 3D-Körper extrudieren – ein auf den ersten Blick vielversprechender Ansatz, für eine konsequente Prozess- unterstützung dann allerdings doch zu kurz gesprungen. So muss in der Gebäude- und Fabrikplanung eine Vielzahl von Vorschriften und Werksnormen beachtet werden. Wird also dem Ingenieur in der Konzeptphase zu viel Freiheit gewährt, muss der Konstrukteur im Anschluss aufwendige Korrekturen durchführen.

Uns ist das Dilemma seit vielen Jahren ein Dorn im Auge. So haben wir uns daran gemacht, selbst eine Software für Konzeptstudien zu entwickeln. Der Name ist noch in der Entwicklung, aber die Lösung ist bereits sehr weit gediehen. Intuitiv in der Bedienung, unter dem Arbeitsnamen „Concept Tool“ haben wir ein 2D-Sketchtool entwickelt, das sich vollständig in den 3D-Planungsprozess integrieren lässt aber stets dem Diktat von Vorschriften und Normen folgend. „Die Skizzen werden in der Draufsicht erstellt, im Grunde genommen wie mit jedem anderen Tool zum Freihandzeichnen auch, eben mit Stift auf einem Tablet-PC. Dabei spielt es keine Rolle, welche Hardware genutzt wird“, erklärt Holga Schwipp, Geschäftsführer von VenturisIT. Ziel sei es, wegzukommen vom Arbeiten mit verschiedenen Tools, je nachdem, für welche Disziplin die Entwürfe gerade erstellt werden: „Alle Konzeptplaner sollen im Prinzip mit den gleichen Objekten arbeiten können wie später die Konstrukteure bei der Detailausarbeitung auch.“

Freiheiten der 3D-Modellierung kann stören

Für unseren Geschäftsführer Holga Schwipp liegt es auf der Hand, dass die aufwendige 3D-Modellierung einfach nur stört, wenn schnell mal eine Skizze erstellt werden soll. Daher das Zeichnen mit dem Stift. Aber: „Der Planer bekommt alle Objekte vorgegeben, etwa Förderbänder, Lackierkabinen, Anhaltspunkte für Roboter und so weiter, denen bereits bestimmte Eigenschaften zugewiesen sind.“ So bewegt er sich wie in einem Raster mit seinen Ideen. Ein Förderband zum Beispiel kann durch einen Strich symbolisiert werden, der zwei Punkte verbindet. „Viele Metadaten und die zugrunde liegenden logischen Zusammenhänge bleiben dem Zeichner verborgen, weil er sie fürs erste Konzept nicht benötigt.“ Fast wie einen Zauberstab nutzt der Anwender seinen Stift, um per Drag & Drop die Objekte aus der Bibliothek zu holen und sie zu platzieren. Der Clou dabei ist, dass der Detailkonstrukteur sehr wohl auf die Metadaten, die mit den Objekten verknüpft sind, zugreifen kann und dass diese in 3D vorliegen, mit allen Vorgaben, Werksnormen und allgemeinen Vorschriften.

Fazit: Solides Fundament für eine durchgängige Planung

„Vom ersten Schritt an wird nach definierten Standards geplant, Doppelarbeiten werden vermieden, und alle Planer arbeiten auf Basis einer gemeinsamen Grundlage“, sagt Schwipp. Die Daten können vollständig im weiteren Prozess genutzt werden, da sie parametrisch-assoziativ zur Verfügung gestellt werden. Auch kann bereits in der Konzeptphase ein erster Massenauszug für die Grobkalkulation erstellt werden. Und noch eine weitere gute Nachricht: Die Lizenz für dieses Sketchtool soll deutlich günstiger sein als eine CAD-Lizenz für die Fabrikplanung.*

*Quelle: D1g1tal Agenda Ausgabe 3/2019, Dr. Valnion